(22.05.2009)

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Freiheit, Frisöre und Freundschaften


Ich bin noch ganz aufgedreht. Die letzten 24 Stunden habe ich bei einer sehr anregenden Diskussion (im Internet) über Freiheit, Rechte, Internet, Staatsgewalten und die Piratenpartei mitgemacht. Das hat wirklich gerockt. Ich muss sagen, dass diese Forendiskussionen was für sich haben. Jeder Teilnehmer hat, wenn er will, die Zeit, das, was er sagen will gründlich zu recherchieren, da kommen einfach mehr Fakten als bei solchen Stammtischdiskussionen. Und recht verschiedene Meinungen, die - jede für sich - oft ein interessantes Licht auf die Sache werfen. Würde ich jederzeit wieder tun, auch wenn's streckenweise sehr anstrengend war.

Dann war ich heute auch beim Frisör. Ich liebe es, zum Frisör zu gehen. Auch was dieses Thema angeht, habe ich wahrscheinlich eine recht kontroverse Ansicht, denn ich denke, dass Frisör ein Männerberuf sein sollte - zumindest aus Damensicht. Es ist so schön, mal ein paar Komplimente zu bekommen, oder wenn ein Mann einem den Kopf massiert, aber vor allem fühle ich mich von einem Mann einfach besser beraten.
Vor etwa einem Jahr war ich mal wieder dringend fällig. Weil mein Stammfrisör einfach keinen Termin freihatte, ließ ich mich dazu überreden, mir von einer Frau die Haare schneiden zu lassen. Ich wollte eine frische Dauerwelle und geschnittene Spitzen. Heraus kam ich mit einem Pony, etwa 10 cm Haarverlust, glattgeföhntem Haar und einem todunglücklichen Gesicht.
Was war geschehen?
Ich legte der Dame meine Wünsche dar und bekam zu hören, dass sie Dauerwelle also gar nicht empfehlen würde, und ich sollte einen Pony tragen, und außerdem wären die Haare viel zu lang, kürzer wäre viel besser.
Nun bin ich, was Frisuren angeht, zugegebenermaßen recht unsicher, also ließ ich mich drauf ein. Oh, was habe ich diese Entscheidung bereut. Frauen finden einfach keinen Mittelweg zwischen andere Frauen beraten und deren Wünschen zu entsprechen. Sie haben irgendwie kein Auge dafür, was gut an ihnen aussieht. Zumindest keine Frisösen. Ich würde das jetzt nicht so pauschal sagen, wenn ich diese Erfahrung nicht schon zum wiederholten Male gemacht hätte.
Bei Männern ist Frau - jedenfalls was das angeht - einfach besser aufgehoben. Sie sehen einen (mit den Augen eines Mannes) an, stellen sich vor, was ihnen gefallen würde und das wird dann auch was.
Heute war ich wieder bei meinem Ralph - und finde mich nun schön. SO will man sich fühlen, wenn man aus dem Frisörsalon kommt!

Und dann war da noch mein Geburtstag. Gut, viele Leute haben dran gedacht. Miles and More und ein großer Kaffeeröster waren sogar dabei und, was mich besonders überrascht hat, mein Energieversorger, mein Autohaus und mein Bankberater. Besonders über dessen Grußbrief habe ich mich sehr gefreut, weil wir wirklich seit vielen Jahren ein sehr gutes Verhältnis haben. Ist halt nur eine kleine Bank.
Ein alter Freund, den ich schon über zwanzig Jahre kenne, hat sich per Mail gemeldet und tolle Bilder von einem gemeinsamen Bekannten geschickt, der sich selbst verwirklicht hat und nur noch in der Musikszene arbeitet. Ein Freund aus dem Kollegenkreis hat mir sogar ein schönes Geschenk gemacht. Die Schwiegereltern sandten mir einen wundervollen Blumengruß, mein Lebensglück hat mich wie immer sehr verwöhnt und mir einen großen Wunsch erfüllt, und einige SMS habe ich von verschiedenen ferneren und näheren Bekannten bekommen.
Nur einige sogenante Freunde, von denen ich gedacht hätte, dass sie sich melden, haben mich offenbar vergessen. Das kränkt mich nun nicht besonders, aber es war ein runder Geburtstag. Erwartet hätte ich also vom ein oder anderen schon, dass er/ sie an mich denkt. Nun ja, ich muss mal darüber nachdenken, wie ich solche 'Freundschaften' künftig bewerten werde.

So, schlauer, schöner und reifer werde ich mich nun in mein Wochenende begeben. Ich wünsche ihnen klare Ansichten, einen Frisör, dem Sie vertrauen können und gute Freunde!

Ihre

EMJ







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