EM Jungmann

35 belegte Stühle

Die Lesung aus unserer Anthologie "Faltherzen" am 03.08.11 war ein voller Erfolg. In der schönen Buchhandlung Lesekarussell in Esslingen, die Alfred Berger auf seiner unermüdlichen Suche nach einem Veranstalter für die Lesung gewinnen konnte, hatte der Inhaber Theo Dittmar für 36 Leute aufgestuhlt. Herr Dittmar hatte reichlich Werbung für die Veranstaltung gemacht - mit Plakaten und sogar über die Esslinger Zeitung - und so das Haus voll bekommen. 35 Stühle waren belegt. Außerdem hatte er 30 Exemplare der Anthologie auf eigene Kosten angeschafft und ausgelegt.

Auslage der "Faltherzen" im Lesekarussell Esslingen

 Pünktlich um 19 Uhr ging es los. Nachdem Herr Dittmar die Veranstaltung eröffnet und Alfred Berger den Ablauf der Lesung erläutert hatten, stellte Romana Grimm, die Herausgeberin des Buches, das Projekt mit ein paar einleitenden Worten vor.

 Alex Sayın, extra aus Graz angereist, eröffnete mit ihrem Märchen "Goldene Orchideen". Eine Prinzessin, die zwar wunderschön, aber von Grund auf böse ist, wird von ihren Eltern in ein einsames Tal verbannt, in dem sie bleiben soll, bis sie geläutert ist. Zunächst scheint diese Maßnahme sinnlos, doch der blinde Kenshin, dem sie dort begegnet, öffnet ihr die Augen.

 Im Anschluss las Romana Grimm aus Berlin die spannenden Anfangskapitel aus "Mein Leben nach Bradey". Diese Geschichte erzählt von der jungen Maeve, deren geliebte Katze stirbt. Davon über die Maßen bedrückt zieht sie sich in ihre Trauer zurück, bis ihre Mutter sie zwingt, wieder unter Menschen zu gehen. Sie besuchen mit den Fahrrädern ein Lokal. Als Maeve dort angekommen in ihren Korb fasst, wird sie gekratzt. Von einer Katze ...

Danach las ich meine kurze Geschichte "Neuschnee", die von den Gedanken einer Frau in den Armen ihres Liebsten erzählt. Sie weiß, dass diese Liebe keine Zukunft hat, und doch bereut sie nichts.

Nach einer kurzen Pause, für die das Buchhändlerehepaar Dittmar neben Knabberzeug Sekt, Orangensaft und Wasser bereitgestellt hatte, las Maria Engels aus Dresden aus der von ihr verfassen Titelgeschichte "Faltherzen".

Maria Engels liest "Faltherzen"

 Diese Geschichte erzählt von einer jungen Frau namens Fee, die Bekanntschaft mit einem Mann macht, den sie sehr mag, aber nicht mit ihm sprechen kann, denn sie ist stumm. Mithilfe eines alten Kassenzettels und eines Kugelschreibers gelingt es den beiden, einander näher kennenzulernen. Sie schenkt ihm ihr Herz, nicht nur symbolisch.

 Alfred Berger aus Esslingen las die Originalversion seiner Kurzgeschichte "Kleiner blauer Kolibri". Als Schauspieler wusste er seinen Text so mitreißend vorzutragen, dass die Zuschauer mehr als gebannt seiner Geschichte der nach einem Erdbeben verschütteten Alexa lauschten. Der kleine blaue Kolibri, der sie in ihrem Gefängnis aus Stahl und Beton mehrfach aufsucht, erfüllt ihr einen Wunsch - allerdings erst, als sie den schon längst nicht mehr hegt.

 Nach Alfreds spannender und lehrreicher Geschichte las ich zum Ausklang Michael Köhns Gedicht "dass ich" vor. Mit der Wärme und Zuversicht, die der Autor aus Hitzacker in diese wundervollen Zeilen gepackt hat, fand die Lesung einen runden Abschluss.

 Im Anschluss gab es noch eine Tombola, auf der es als Hauptpreis ein handgemaltes Bild von Romana Grimm zu gewinnen gab. In ihm fanden alle Geschichten ihren Platz und eine glückliche Gewinnerin aus dem Publikum.

Romama Grimms handgemaltes Bild

 Für manche von uns war dies die erste öffentliche Lesung. Natürlich waren wir aufgeregt, doch schon nach wenigen Zeilen legte sich dieses Gefühl und wir gaben uns ganz und gar unseren Texten hin. Die hohe Stückzahl der verkauften Bücher (nur sechs blieben übrig) und die sehr positiven Rückmeldungen des Publikums machen uns Mut, weitere derartige Veranstaltungen auszurichten.

 Danke an alle, die gekommen sind.

 

Theo Dittmar, Inhaber des Lesekarussells

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